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Zirkusimpressionen

Eine ganze Woche nur Zirkus

"Diese Woche war Alles ganz anders! Es wäre so cool, wenn es noch weitergehen würde! ", schwärmte eine Zweitklässlerin, während sie zusammen mit gut 120 Schülerinnen und Schülern ungeduldig hinter dem geschlossenen Vorhang auf ihren Auftritt im Finale der 2. Abschluss-Show der Zirkusprojektwoche wartete. 5 Tage lang stand an der Grundschule Hammersbeck NUR Zirkus auf dem Stundenplan! Der Traum vieler Kinder! Am Montag präsentierten die Artisten vom Zirkus Hoppla in einer kleineren Show die 10 verschiedenen Zirkusdisziplinen, die die Kinder in der Woche erlernen konnten. Neben den obligatorischen Künsten der Clowns und Zauberer, gab es auch ungewöhnliche Angebote, wie Blumenstäbe, Poi und Stabkunst. Die Kinder suchten sich ihre Lieblings-Disziplinen am ersten Tag selber aus und trainierten dann die ganze Woche über sehr intensiv in den jahrgangsgemischten Gruppen. Sie entwickelten unter der Leitung der Profi-Artisten Gesine, Janine, Luca, Janosch und Zirkusdirektor Ilja Landsberg ihre ganz eigenen Zirkusnummern. Dabei lief nicht immer alles von Anfang an so, wie es sich die Nachwuchsartisten vorgestellt hatten. „Das geht einfach nicht!“, schimpfte ein Viertklässler am 1. Trainingstag wütend und ließ frustriert die Schnüre des Diabolostabes wie eine Peitsche durch die Luft schnalzen. Nicht nur in dieser Situation waren pädagogisches UND fachliches Geschick gefragt. Darum wurde das begleitende Kollegium der Grundschule vor dem Start der Workshops ebenfalls zu Lernenden und erprobte selber verschiedene Zirkustechniken. „Das ist gemein! Warum bekommen die Anderen das jetzt schon hin und meine Tücher fallen ständig herunter?“, hörte man dabei die- nicht ganz ernst gemeinte- Klage einer Lehrerin durch die Turnhalle schallen. Der Zirkusdirektor schmunzelte: „Genau solche Erlebnisse werden eure Kinder auch haben. Darum machen wir das jetzt. Erinnert euch an das Gefühl und ihr versteht die Kinder noch besser!“ Nachdem er zusätzliche fachliche Tipps gegeben hatte und konzentriert weitergeübt wurde, klappte es bei allen Teilnehmern besser- wenn auch nicht immer gleich gut. Aber auch das muss man aushalten lernen! „Ausdauer, Konzentration und auch eine gewisse Frustrationstoleranz sind wichtige Schlüsselkompetenzen für erfolgreiches Lernen“, darin waren sich die Pädagogen im Fachgespräch einig. So frisch geschult, begegnete die Zirkuslehrerin dem frustrierten Diabolospieler mit besonders viel Geduld und guten Tipps. Und es half! Am Freitag berichtete der Junge strahlend: „Das Diabolo kann ich jetzt immer zum Laufen bringen und in Bewegung halten! Ich kann die Schlaufe, Hochwerfen und manchmal sogar mit einem Peitschenschlag wieder auffangen!“ Er und viele andere Nachwuchsartisten haben es in den Workshops geschafft, durchzuhalten, auch wenn es zwischendurch mal schwer fiel. Diese wichtige Erfahrung wird ihnen auch im weiteren alltäglichen und schulischen Leben helfen.
Bei den wackeligen Angelegenheiten, wie dem Balancieren auf dem Stahlseil oder dem Laufen auf großen Bällen waren neben Mut auch gute Körperbeherrschung und Gleichgewichtskontrolle gefordert. „Das Seil tut schon etwas weh unter den Füßen, aber es ist so cool, dass ich jetzt über das ganze Seil laufen kann! Ich habe am Anfang gedacht, das schaffe ich nie“, berichtete ein Drittklässler. Die begleitende Klassenlehrerin ist noch immer ganz begeistert: „Einer meiner Schüler hatte am Anfang richtig Angst und musste die ganze Zeit festgehalten werden. Schon nach einer Übungseinheit ging er stolz und mit viel mehr Körperspannung aus der Turnhalle in den Alltag hinaus. Das war wundervoll zu sehen!“
Neben den Workshops konnten die Kinder in ihren Klassenzeiten auch noch andere Zirkusgeräte ausprobieren und alles Mögliche rund um das Thema Zirkus erarbeiten. Es war viel Kreativität und handwerkliches Geschick gefragt beim Basteln, Malen, Tagebuchschreiben, Theaterspielen oder Herstellen von eigenen Jonglierbällen.
Am Freitagnachmittag war es dann endlich so weit. Bei der großen Abschlussshow durften alle Kinder im Rampenlicht zeigen, was sie gelernt haben. Überall sah man in ungeduldige Gesichter. „Bevor man auftritt, ist man immer ziemlich aufgeregt, aber auf der Bühne wird es dann besser“, sprach ein erprobtes Zirkuskind ihren noch unerfahreneren Mitartisten nochmal Mut zu und dann ging es los. Das Zirkusteam begleitete mit Trommelwirbel, Livemusik, Lichteffekten und Nebelschwaden alle Aufführungen, bei denen die Erwachsenen sonst nur in Ausnamefällen kleine Hilfestellungen gaben. „Die Kinder sollen an den Herausforderungen wachsen, Spaß haben und ihre Nummern möglichst selbstständig präsentieren. Das ist uns im Zirkus Hoppla besonders wichtig“, erklärte Landsberg.
Alle Nummern ernteten kräftigen Applaus und die Kinder waren glücklich und zufrieden. Nach der sehr bunten und anstrengenden Woche waren sich Schulleitung, Kollegium und Eltern einig: „Die Kinder waren mit Feuereifer dabei und die Erfahrungen und Erlebnisse der vergangenen Tage werden sicherlich noch lange in ihnen nachwirken! Es war eine ganz besondere Schulwoche!“

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